{"id":6708,"date":"2022-08-31T10:30:32","date_gmt":"2022-08-31T08:30:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.shs-capital.eu\/?p=6708"},"modified":"2025-09-04T13:03:40","modified_gmt":"2025-09-04T12:03:40","slug":"shs-workshop-best-practice-supply-chain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.shs-capital.eu\/de\/shs-workshop-best-practice-supply-chain\/","title":{"rendered":"SHS-Workshop \u201eBest Practice Supply Chain\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Die Medizintechnik-Industrie hat es nicht gerade leicht gehabt in den letzten 2 Jahren. Neben der Pandemie, die die Branche durchgesch\u00fcttelt hat, stellen vor allem die MDR (Medical Device Regulation) der EU und die Digitalisierung die Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen, die Manpower und Kapital binden. Dazu kommen jetzt pandemiebedingten Lieferkettenprobleme, die sich je nach Unternehmen unterschiedlich stark auswirken.<\/p>\n<p>Eine Entwicklung, die auch an Portfoliounternehmen der SHS nicht spurlos vor\u00fcbergeht. Die SHS als erfahrener Brancheninvestor hat sich daher Ende Mai 2022 entschlossen, einen Workshop zu diesem Thema zu veranstalten. \u201eBest Practice Supply Chain\u201c hie\u00df die Veranstaltung, an der rund ein Dutzend Medtech-Unternehmen aus dem Portfolio der SHS teilnahmen. Ziel des Workshops war ein offener, vertrauensvoller Erfahrungsaustausch, bei dem Probleme angesprochen und Ideen f\u00fcr L\u00f6sungen ausgetauscht werden sollten.<\/p>\n<p>Lukas Maucher, als CFO neu bei der SHS, hat den Workshop gemeinsam mit Uwe Steinbacher geleitet.<\/p>\n<p><strong>Redaktion: Herr Maucher, welches Fazit ziehen Sie nach dem Workshop \u201eBest Practice Supply Chain\u201c?<\/strong><\/p>\n<p>Lukas Maucher: Zun\u00e4chst haben wir uns \u00fcber die gute Resonanz bei unseren Portfoliounternehmen gefreut. Das zeigt, dass das Thema vielen Unternehmen unter den N\u00e4geln brennt. Interessant war f\u00fcr uns, dass jedes Unternehmen andere Lieferkettenprobleme hat und dementsprechend eigene Strategien entwickelt.<\/p>\n<p><strong>Welche Faktoren k\u00f6nnen generell zu Problemen in der Supply Chain f\u00fchren?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt eine Reihe von Faktoren, die sich unterschiedlich stark auf die Lieferkette eines Unternehmens auswirken k\u00f6nnen. Mal sind es lokale Konflikte am Standort des Lieferanten, mal wirtschaftliche Probleme oder gar die Insolvenz des Suppliers. Dann k\u00f6nnen sich die Kundenbed\u00fcrfnisse \u00e4ndern, die ebenso Einfluss auf die Beschaffung eines Medtech-Unternehmens haben, ebenso wie regulatorische Neuerungen, Stichwort: MDR. Daneben gibt es Ereignisse, die in die Kategorie \u201eSchwarzer Schwan\u201c fallen, das hei\u00dft nicht vorraussehbare Ereignisse wie Krieg, Terrorangriffe, Cyberattacken und Naturkatastrophen. Und dann gibt es noch sogenannte \u201eBrewing Storms\u201c, also Probleme, die sich vorhersehbar aufbauen, wie ein Hurrikan.<\/p>\n<p><strong>Mit welchen Lieferketten-Schwierigkeiten haben Medtech-Unternehmen konkret zu k\u00e4mpfen?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Portfoliounternehmen stellen Hightech-Produkte her, die zum Teil komplex und anspruchsvoll in der Herstellung sind. Da kann man nicht einfach mal schnell einen Lieferanten auswechseln. Schlie\u00dflich m\u00fcssen auch die Vorprodukte h\u00f6chsten Anforderungen gen\u00fcgen und den Regularien entsprechen. Eine L\u00f6sung w\u00e4re zum Beispiel Zulieferteile auf Vorrat zu bestellen und ein gr\u00f6\u00dferes Lager aufzubauen. Das bindet nat\u00fcrlich Kapital. Aber wenn ein Medtech-Hersteller nicht liefern kann, weil er wegen Materialmangel nicht produzieren kann, hat er ein noch viel gr\u00f6\u00dferes Problem.<\/p>\n<p><strong>Wie haben sich denn die Lieferzeiten in der Supply Chain ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>40 bis 60 Wochen l\u00e4ngere Lieferzeiten sind heute keine Seltenheit mehr, wenn man aus Asien Vorprodukte bezieht. Dazu kommen extreme Preisschwankungen oder, noch schlimmer, dauerhafte dramatische Preiserh\u00f6hungen.<\/p>\n<p><strong>Ist Secound Sourcing so schnell umsetzbar?<\/strong><\/p>\n<p>Second Sourcing klingt gut, aber: Alle Teile, die von einem neuen Lieferanten stammen, m\u00fcssen neu getestet und gegebenenfalls auch beh\u00f6rdlich zugelassen werden. Das ist ein sehr zeit- und kostenintensiver Prozess. Und je mehr Teile ein Hersteller bezieht, desto aufwendiger wird das. Die MDR hilft hier auch nicht unbedingt weiter. Aufgrund Unternehmensgr\u00f6\u00dfe ist es f\u00fcr Mittelst\u00e4ndler nicht immer einfach, ein Second Sourcing aufzubauen \u2013 und meistens f\u00fcr den Zulieferer auch nicht sehr attraktiv. Aber prinzipiell ist Second Sourcing eine Option, um die Supply Chain resilienter zu machen.<\/p>\n<p><strong>Stichwort Einkaufsverlagerung. Wird sich das Einkaufsverhalten der Medtech-Firmen \u00e4ndern \u2013 weg vom globalen Einkauf hin zu einer Beschaffung im eigenen Land?<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Trend ist sichtbar. Das geht im Einzelfall so weit, dass Unternehmen den Zulieferer am liebsten in der eigenen Region h\u00e4tten, so dass man auch mal schnell mit dem Auto hinfahren kann, um Teile abzuholen. Kurzfristig ist das nicht so leicht umsetzbar, aber auf lange Sicht kann das f\u00fcr viele Unternehmen sinnvoll sein, ohne hier gleich von Deglobalisierung reden zu wollen. Aber es ist schon ern\u00fcchternd, wenn ein deutsches Unternehmen keine hochklassigen Fahrr\u00e4der ausliefern kann, weil die Bremsen in einem Container im Suezkanal feststecken, um mal ein konkretes Beispiel aus einer anderen boomenden Branche zu nennen.<\/p>\n<p><strong>Wirken sich Lieferkettenprobleme letztendlich auch auf die Patienten aus?<\/strong><\/p>\n<p>Unsere Portfoliofirmen berichten aktuell nicht von unmittelbaren Auswirkungen auf die Patienten. Aber klar ist, die Situation wird nicht einfacher, auch aufgrund der MDR. Und wenn ein lebenswichtiges Produkt wie zum Beispiel ein Stent oder ein Herzschrittmacher nicht beim Patienten ankommt, weil die Lieferkette unterbrochen ist oder die MDR-Zulassung nicht vorangeht, dann wird es dramatisch.<\/p>\n<p><strong>Wie hilft die SHS als Medtech-Investor ihren Portfoliofirmen?<\/strong><\/p>\n<p>Zum Beispiel durch einen solchen Workshop zum Thema Lieferkette, wo sich Unternehmen offen austauschen. Oder indem wir gezielt Supply-Chain-Expertise \u00fcber unser Netzwerk zur Verf\u00fcgung stellen. Denkbar sind auch Plattformen, die die Unternehmen in die Lage versetzen, gemeinsam ein aktives Powershopping zu betreiben. Wir stellen hier gerne alle notwendigen Tools und unsere jahrzehntelange Erfahrung im Healthcare-Bereich zur Verf\u00fcgung. Denn die SHS will, dass ihre Portfoliounternehmen in Sachen Supply Chain maximale Resilienz aufbauen.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Medizintechnik-Industrie hat es nicht gerade leicht gehabt in den letzten 2 Jahren. Neben der Pandemie, die die Branche durchgesch\u00fcttelt hat, stellen vor allem die MDR (Medical Device Regulation) der EU und die Digitalisierung die Unternehmen vor gro\u00dfe Herausforderungen, die Manpower und Kapital binden. 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