{"id":6659,"date":"2022-08-31T10:30:42","date_gmt":"2022-08-31T09:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.shs-capital.eu\/?p=6659"},"modified":"2025-09-04T13:03:24","modified_gmt":"2025-09-04T12:03:24","slug":"serie-shs-portfoliounternehmen-stellen-sich-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.shs-capital.eu\/de\/serie-shs-portfoliounternehmen-stellen-sich-vor\/","title":{"rendered":"Serie: SHS-Portfoliounternehmen stellen sich vor"},"content":{"rendered":"<p>In unserer Serie \u201ePortfoliofirmen der SHS\u201c sprechen wir heute mit Reinhold Blazejewski, Gr\u00fcnder und gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Blazejewski MEDI-TECH GmbH, die im badischen Sexau Hightech-Endoskope als OEM-Hersteller f\u00fcr den Weltmarkt produziert. Die SHS ist seit Januar 2020 an dem Medtech-Mittelst\u00e4ndler beteiligt.<\/p>\n<p>Reinhold Blazejewski ist das, was man in S\u00fcddeutschland einen T\u00fcftler nennt. T\u00fcftler sind Menschen, die in jeder Technik immer noch ein Verbesserungspotential sehen und nie mit dem Erreichten zufrieden sind. Der Unternehmensgr\u00fcnder hatte bereits mehrere Jahre bei einem gro\u00dfen Endoskophersteller erfolgreich die Entwicklung geleitet, bevor er sein Unternehmen gr\u00fcndete, auch um seinen eigenen technischen Anspr\u00fcchen besser gerecht zu werden.<\/p>\n<p>Heute z\u00e4hlt die Blazejewski MEDI-TECH GmbH zu den technisch f\u00fchrenden Herstellern von hochwertigen, extrem leistungsstarken Endoskopen, die in Kliniken und Praxen weltweit zum Einsatz kommen: unter anderem in der Wirbels\u00e4ulenchirurgie, in der Laparoskopie, in der Arthroskopie, in der Zystoskopie und in der Urologie.<\/p>\n<p><strong>Herr Blazejewski, was macht Ihr Unternehmen, und was machen Sie besser als Ihre Konkurrenten?<\/strong><\/p>\n<p>Reinhold Blazejewski: Wir sind spezialisiert auf sehr komplexe Stablinsen-Systeme, vor allem im Bereich der Wirbels\u00e4ulenchirurgie. Komplex hei\u00dft in dem Fall, wir haben es hier nicht mit einfachen Einkanalsystemen zu tun, sondern wir entwickeln Zwei-, Drei- oder auch Vierkanalsysteme mit Arbeitskanal, Sp\u00fclkan\u00e4len und so weiter. Das sind sehr kompakte, sehr leistungsf\u00e4hige Endoskope, die wir dem Operateur da an die Hand geben. Diese beiden Vorteile, kompakt und leistungsf\u00e4hig, zeichnen uns auch gegen\u00fcber dem Wettbewerb aus. Vor \u00fcber 20 Jahren waren wir da fast alleine auf diesem Markt. Im Moment machen wir mehr als die H\u00e4lfte unseres Umsatzes mit den Wirbels\u00e4ulen-Endoskopen, und wir sehen hier einen immer noch zunehmenden Bedarf. Unsere Systeme k\u00f6nnen bei allen Eingriffen an Hals-, Brust-, und Lendenwirbels\u00e4ule eingesetzt werden. Auch beim Setzen von Implantaten sind unsere Systeme fast immer dabei. Daneben sind wir auch in der Urologie sehr stark, wobei es immer die besonders kompakten Ger\u00e4te sind, die nachgefragt werden, weil die nicht jeder herstellen kann. Insgesamt bauen wir als OEM-Hersteller aktuell knapp 150 verschiedene Endoskope f\u00fcr die unterschiedlichsten Indikationen. Wir sehen unseren Vorteil ganz klar in unserer Innovationskraft und der engen Entwicklungszusammenarbeit mit unseren Kunden. Wir entwickeln und produzieren immer bedarfsgerecht und nicht einfach f\u00fcrs Regal. Sie finden unsere Ger\u00e4te auf der ganzen Welt im Einsatz.<\/p>\n<p><strong>Wo soll Ihr Unternehmen in den n\u00e4chsten drei Jahren stehen?<\/strong><\/p>\n<p>Mich interessierte immer schon die Technik. Und da sehe ich den Trend ganz klar hin zu den Chip-on-Tip-Systemen und weg von den konventionellen Stablinsen-Systemen. Aktuell haben wir ein Linsensystem, das aus Objektiv, Stablinsen und Okular besteht, das ist die ganze Bildgebung. 2009 habe ich angefangen, \u00fcber Chip-on-Tip nachzudenken, heute sind wir so weit, dass wir alle Endoskope auf Chip-on-Tip-Systeme umstellen k\u00f6nnten \u2013wohlgemerkt: rein technologisch. Das hei\u00dft: auf dem Chip sitzt ein superkleines Objektiv, das die Bilder macht, die der Chip verarbeitet. Das Ganze wird dann auf dem Monitor f\u00fcr das OP-Team dargestellt. Wenn ich superklein sage, sprechen wir von einem Sensor, der 0,55 mm x 0,55 mm gro\u00df ist, und auf dem sitzt ein 0,6 mm kleines Objektiv. Ausgeleuchtet wird das Ganze dann von sehr kleinen LEDs. Mein Ziel war es immer, die Technik voranzubringen. Das treibt mich an. Um die Frage klar zu beantworten: Wir wollen in drei Jahren unsere ersten Chip-on-Tip-Systeme auf den Markt bringen und die Behandlungsmethoden technologisch voranbringen! Nicht zuletzt aufgrund der besseren Bilder, die das OP-Team bekommt, wird das ein gro\u00dfer Schritt nach vorne.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Wo sehen Sie die besonderen Herausforderungen f\u00fcr einen mittelst\u00e4ndischen Medtech-Hersteller?<\/strong><\/p>\n<p>Sie k\u00f6nnen als Medtech-Hersteller noch so innovativ sein, wenn das Unternehmen keinen relevanten Zugang zum Markt hat, und den haben Sie als kleiner Mittelst\u00e4ndler erst mal nicht, dann wird es ganz schwer. Wir brauchen als reiner OEM-Hersteller einen gro\u00dfen Hersteller, der unser Hightech-Produkt versteht und das Potential sieht, wenn er unser Produkt unter seinem Namen vermarktet. Dazu kommen die regulatorischen Anforderungen durch die MDR, die einem Mittelst\u00e4ndler das Leben extrem schwer machen. Die MDR wird sich negativ auf den technologischen Fortschritt auswirken, weil viele Mittelst\u00e4ndler sagen werden, die H\u00fcrde MDR ist mir zu hoch, um das Risiko einer Produktneuentwicklung einzugehen. Die EU muss dar\u00fcber nachdenken, ob das wirklich der richtige Weg ist. Die Konsequenz wird sein, dass das Gesch\u00e4ft nur noch die ganz Gro\u00dfen machen. Und viele Produkte von kleineren Unternehmen werden vom Markt verschwinden, obwohl sie in den Kliniken und Praxen ben\u00f6tigt werden. F\u00fcr den Innovationsstandort Deutschland ist die MDR eine Katastrophe.<\/p>\n<p><strong>Was zeichnet die Zusammenarbeit mit der SHS als Medtech-Investor aus, und wie unterst\u00fctzt die SHS Ihr Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe mich f\u00fcr die Zusammenarbeit mit der SHS nicht prim\u00e4r wegen des Kapitals entschieden. Ich war zum einen auf der Suche nach einer tragf\u00e4higen Nachfolgeregelung, zum anderen wollte ich das Know-how, die Erfahrung und das Netzwerk der SHS als Brancheninvestor nutzen, um die Blazejewski MEDI-TECH GmbH auf einen zukunftstr\u00e4chtigen Wachstumspfad zu f\u00fchren. Wir haben mit Hilfe der SHS auch unser Qualit\u00e4tsmanagement und den Bereich Sales &amp; Marketing neu ausgerichtet. Also, ich habe das Gef\u00fchl, dass ich mich immer an die SHS wenden kann, sei es in Sachen MDR oder Produktentwicklung, weil die einfach die Expertise und dieses gro\u00dfe Netzwerk haben. Es ist gut, so einen Partner an seiner Seite zu wissen, der schnell reagiert und machbare L\u00f6sungen pr\u00e4sentiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer Serie \u201ePortfoliofirmen der SHS\u201c sprechen wir heute mit Reinhold Blazejewski, Gr\u00fcnder und gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Blazejewski MEDI-TECH GmbH, die im badischen Sexau Hightech-Endoskope als OEM-Hersteller f\u00fcr den Weltmarkt produziert. Die SHS ist seit Januar 2020 an dem Medtech-Mittelst\u00e4ndler beteiligt. Reinhold Blazejewski ist das, was man in S\u00fcddeutschland einen T\u00fcftler nennt. 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